Flussdiagramm Entstehungsgeschichte
Die Verwendung von Flussdiagrammen zur Dokumentation von Geschäftsprozessen begann in den 1920er bzw. 1930 Jahren. Die Wirtschaftsingenieure Frank und Lillian Gilbreth legten den Begriff „flow process chart“ wörtlich 1921 bei der American Society of Mechanical Engineers (ASME) vor. In den frühen 30er Jahren nutzte der Wirtschaftsingenieur Allan H. Morgensen die von den Gilbreths entwickelten Tools als Basis für Konferenzen, bei denen er Kollegen aus seinem Unternehmen Methoden für effektiveres Arbeiten vermittelte. In den 40ern erlebten die von Morgensen entwickelten Methoden einen starken Aufschwung, der zwei seiner Studenten zu verdanken war: Art Spinanger und Ben S. Graham. Spinanger führte die Methoden zur Arbeitsvereinfachung bei Procter and Gamble ein. Graham, einer der Leiter von Standard Register Industrial, passte das Konzept des Flussprozessdiagramms an, um es im Rahmen der Informationsverarbeitung einzusetzen. 1947 führte die ASME ein an die ursprünglichen Konzepte der Gilbreths angelehntes Symbol-System ein.
Ebenfalls in den späten 40er Jahren nutzten Herman Goldstine und John Van Neumann Flussdiagramme als Grundlage für das Design von Computerprogrammen. In der Folgezeit erfreuten sich die Diagramme einer immer größer werdenden Beliebtheit, besonders im Rahmen der Entwicklung von Computerprogrammen und Algorithmen jeglicher Art. Auch heute werden sie weiterhin zu Programmierungszwecken verwendet, wobei oft sogenannter Pseudocode – eine Kombination aus Wörtern und Programmiersprache, die von Menschen gelesen werden kann – zum Einsatz kommt, um tiefgreifende Details darzustellen und Diagramme zu erstellen, die dem Endprodukt bereits näher kommen.
Der japanische Chemiker Kaoru Ishikawa (1915–1989), der eine Reihe bedeutender Qualitätskontrollmaßnahmen im Bereich der Produktion entwickelte, beschrieb Flussdiagramme als eines der wichtigsten Tools für eine erfolgreiche Qualitätskontrolle. Weitere Tools, denen er in diesem Zusammenhang eine Bedeutung zuschrieb, sind etwa Histogramm, Kontroll- bzw. Prüfblätter sowie Ursache-Wirkungs-Diagramme, die heute auch unter dem Namen Ishikawa-Diagramme bekannt sind.
Flussdiagramm Symbole
Unten sehen Sie einige gängige Flussdiagramm-Symbole Eine umfassendere Liste finden Sie auf unserer Seite für Flussdiagramm-Symbole.
| Terminal/Terminator |  |
| Prozess |  |
| Entscheidung |  |
| Dokument |  |
| Datensatz oder Input/Output |  |
| Gespeich Daten |  |
| Flussrichtungspfeil |  |
| Kommentar oder Anmerkung |  |
| Vordefinierter Prozess |  |
| On-Page-Konnektor/Referenz |  |
| Off-Page-Konnektor/Referenz |  |
Flussdiagramme für Computerprogrammierung/Algorithmen
In ihrer Funktion als visuelle Darstellung eines Datenflusses sind Flussdiagramme äußerst nützlich, um ein Programm oder einen Algorithmus zu schreiben. Geschieht dies in Zusammenarbeit mit anderen, erleichtern sie außerdem die Kommunikation. Sie können ein Algorithmus-Flussdiagramm verwenden, um die Logik hinter einem Programm zu beschreiben, bevor Sie mit dem Codieren des automatisierten Prozesses beginnen. Es kann hilfreich sein, das Gesamtbild und große Zusammenhänge hervorzuheben und einen Leitfaden zu erstellen, der beim Codieren als Grundlage dienen kann.
Flussdiagramme erfüllen insbesondere folgende Funktionen:
- Darstellung der Anordnung bzw. Organisation von Code
- Visualisierung der Ausführung von Code innerhalb eines Programms
- Erläuterung der Struktur einer Website oder Anwendung.
- Analyse des Nutzerverhaltens auf einer Website oder in einem Programm.
Programmierer schreiben häufig sogenannten Pseudocode, eine Kombination aus Wörtern und Programmiersprache, die von Menschen gelesen werden kann. Mit solchem Code lässt sich ein höheres Maß an Details darstellen, sodass er entweder anstelle eines Flussdiagramms oder als nächste Etappe nach dem Schreiben von Code verwendet werden kann.
Verwandte Diagrammarten, die im Bereich der Computer-Software angewendet werden, sind:
- Unified Modeling Language (UML): UML ist eine allgemeine Modelliersprache aus dem Bereich der Softwareentwicklung.
- Nassi-Shneiderman-Diagramme: Dabei handelt es sich um einen Diagrammtyp aus dem Bereich der strukturierten Programmierung. Der Name geht zurück auf Isaac Nassi und Ben Shneiderman, die das Konzept 1972 als Studenten an der Stony Brook University entwickelten. Nassi-Shneiderman-Diagramme werden auch Struktogramme genannt.
- DRAKON-Diagramme: DRAKON ist eine algorithmische visuelle Programmiersprache, die zur Erstellung von Flussdiagramme eingesetzt wird.
