Die besten Bücher und Filme haben komplexe, verblüffende Handlungsstränge. Die Fernsehserie Game of Thrones lief über ganze acht Staffeln und beinhaltete über 52 wichtige Figuren. Die Handlung von Der Herr der Ringe ist so dicht, dass der Autor J. R. R. Tolkien ein separates Buch nur über den Stammbaum seiner Figuren schrieb. Bei komplizierten Werken wie diesen ist es fast unmöglich, den Überblick im Kopf zu behalten.
Wir verraten Ihnen ein Geheimnis: Kreativschaffende behalten ihre komplexen Handlungsstränge nicht einfach im Kopf. Alles wird aufgeschrieben. Die Kreativität entfaltet sich in der Organisation, auch wenn das kontraintuitiv klingt. Wenn Sie also als UX-Designerin oder -Designer oder Produktmanagerin oder Produktmanager tätig sind und Ihre Kundinnen und Kunden besser verstehen und erstklassige Erlebnisse gestalten möchten, dann ist es an der Zeit, Ihre Ideen vom Kopf auf die Arbeitsfläche zu bringen.
Die am häufigsten verwendete Methode ist das Storyboarding.
In diesem Artikel führen wir Sie durch die Hauptelemente eines Storyboards und erklären, warum diese Technik, die hauptsächlich in Film, Fernsehen und beim Schreiben verwendet wird, ein enormer Vorteil für die Entwicklung außergewöhnlicher Produkte ist.
Was ist ein Storyboard?
Ein Storyboard ist eine Darstellung jeder einzelnen Kameraeinstellung zur Aufschlüsselung der Handlungselemente. Das Endergebnis ähnelt einem Comic ohne Dialoge. Es ist eine visuelle Darstellung einer Geschichte. Oft sind daran Notizen befestigt, die jedem Bild des Storyboards Infos über die Handlungsschritte hinzufügen.
Storyboard vs. Customer Journey
Obwohl Storyboards und Customer Journey Maps einander ähneln, unterscheiden sie sich voneinander. Storyboards sind sehr spezifisch, während Customer Journey Maps das gesamte Kundenerlebnis von Anfang bis Ende abbilden. Sie sind oft strukturierter und dienen dazu, Schwachstellen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Ein Storyboard konzentriert sich hauptsächlich darauf, eine neue Idee oder ein Konzept in der Ideenfindungsphase zu testen. Customer Journey Maps sind am effektivsten zu Beginn eines Projekts, um die Beteiligten vor Projektbeginn aufeinander abzustimmen.
Storyboard vs. Wireframe
Storyboards und Wireframes sind ein komplementäres Paar. Die visuellen Aspekte eines Storyboards fangen die Emotionen und den Kontext der Nutzenden ein, während die statische, informative Natur eines Wireframes die Logistik liefert. Beide spielen eine wichtige Rolle im UX, um sicherzustellen, dass Sie die Bedürfnisse Ihrer Nutzenden effektiv erfüllen.
Warum Storyboards nützlich sind
Storyboarding erweckt die Nutzererfahrung zum Leben. Hier erfahren Sie, warum das wichtig ist:
Zeigen und erzählen
Ideen visuell darzustellen ist eine äußerst effektive Methode, sie zu vermitteln. Für UX-Designerinnen und -Designer ist es viel einfacher, die Interaktion der Nutzenden mit dem Produkt zu veranschaulichen, als sie nur zu beschreiben. Storyboarding ist eine klare und effiziente Methode, Informationen zu präsentieren und so deren Verständnis zu erleichtern.
Teilen Sie Ihre Vision
Wenn große Teams am selben Projekt oder Produkt arbeiten, ist es für alle Beteiligten eine Herausforderung, sich auf die gemeinsame Vision zu einigen. Doch wenn man ihnen diese Vision in einem Storyboard präsentiert, verringert sich das Risiko von Missverständnissen und individuellen Interpretationen. Wenn alle von Anfang an die Produktvision kennen, können sie effektiver arbeiten und die Produktivität steigern.
Holen Sie sich die Zustimmung der Stakeholder
Es ist unerlässlich, Ihre Ideen klar an die Stakeholder zu kommunizieren. Sie können den neuen Online-Checkout-Prozess bis zum Erbrechen erklären oder ihnen den Ablauf mit visuellen Mitteln zeigen. Wenn die Stakeholder Ihre Ideen klar in Aktion sehen können, fühlen sie sich viel wohler dabei, ihre Zustimmung zu geben und ihre Ressourcen zur Unterstützung bereitzustellen.
Erkennen Sie Fehler im Voraus präzise
Storyboarding ermöglicht es Ihnen, Fehler in Ihrem Design schnell zu erkennen. Sie können diese auf dem Papier beheben, lange bevor Sie sie im Produkt korrigieren müssen, was Zeit und Geld spart.
Wie man ein Storyboard erstellt
Schritt 1. Analysieren Sie Ihre Daten
Vermutlich haben Sie bereits eine Reihe von Untersuchungen für Ihr Produkt durchgeführt, wie Fokusgruppen, Kundeninterviews und Umfragen. Auf diese Daten werden Sie sich beim Start des Storyboardings stützen, anstatt auf Vermutungen zu bauen.
Schritt 2. Wählen Sie einen Schwerpunkt.
Verschiedene Nutzertypen interagieren auf unterschiedliche Weise mit Ihrem Produkt. Konzentrieren Sie sich in Ihrem Storyboard jeweils nur auf einen Anwendungsfall und eine Customer Journey. Sie können beliebig viele Storyboards erstellen.
Schritt 3. Beschreiben Sie Ihre Nutzenden
Wer verwendet Ihr Produkt? Welche Art von Lösung sucht die Person? Indem Sie Personas erstellen, die wie echte Menschen wirken, ist es einfacher, ein glaubwürdiges Storyboard zu entwickeln, das reale Probleme anspricht.