Software hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, und was noch wichtiger ist: Sie verändert sich auch weiterhin. Natürlich wandelt sich auch der Softwareentwicklungsprozess.
Agile Softwareentwicklung ist ein iterativer, anpassungsfähiger Arbeitsansatz, der flexibel genug ist, um technologische Fortschritte und sich ändernde Kundenanforderungen zu berücksichtigen. Eines der bekanntesten Agile Frameworks ist Scrum, bei dem kleine Teams in kurzen Zeiträumen inkrementelle Produktentwicklung durchführen. Bei effektiver Implementierung trägt Scrum dazu bei, die Effizienz und Anpassungsfähigkeit der Teams zu steigern und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit den Kunden zu intensivieren.
In diesem Blogbeitrag werden wir die wichtigsten Prinzipien von Scrum sowie Ereignisse und Artefakte aufschlüsseln, damit Sie entscheiden können, ob Scrum das richtige Agile Framework für Sie ist.
Was ist Scrum?
Scrum ist ein Agile Framework für die Softwareentwicklung. Traditionelle Softwareentwicklungsprozesse verlaufen linear und folgen einem strikten Muster: Zuerst Planung, dann Entwicklung, dann Testen und so weiter. Agile Softwareentwicklung hingegen verfolgt einen iterativen Ansatz, indem Initiativen in kleinere Zeitabschnitte, sogenannte Sprints, unterteilt werden, die zwischen zwei und vier Wochen dauern.
Während jedes Sprints fügt das Entwicklungsteam Funktionen hinzu und verbessert sie, um nach und nach das bestmögliche Produkt zu liefern. Testen und Entwicklung finden häufig statt und überschneiden sich oft. Scrum Teams treffen sich täglich, um ihren Fortschritt zu verfolgen, die Transparenz zu erhöhen und Hindernisse zu beheben.
Das Scrum Framework zeichnet sich durch seinen Fokus auf Teamarbeit und Zusammenarbeit aus. Tatsächlich stammt der Name Scrum von Rugby Scrums, einem Teil des Spiels, der eine koordinierte Teamleistung erfordert.
Scrum wurde ursprünglich für die Softwareentwicklung konzipiert, wird heute aber von Organisationen, Teams und Projektmanagerinnen bzw. Projektmanagern aller Fachrichtungen eingesetzt. Das Framework eignet sich besonders für kleinere Teams, die Aufgaben mit wechselnden Ergebnissen, unbekannten Lösungen und häufiger Interaktion mit Kunden oder Endnutzern bewältigen.
Was ist die Scrum Methodik?
Das Scrum Framework wird manchmal als Scrum Methodik bezeichnet, obwohl die Bezeichnung als Framework präziser ist. Im Gegensatz zu Projektmanagementmethoden, die Prozesse, Verfahren und Dokumentation vorschreiben, bietet Scrum eine leichte Struktur für die Umsetzung und überlässt die Details der Entwicklung dem Team. Um komplexe Probleme besser zu lösen, ist Scrum bewusst vage und erkennt die unvorhersehbare Natur der Produktentwicklung an, betont jedoch die Bedeutung der kontinuierlichen Inspektion und Anpassung der Arbeit.
Scrum befähigt Teams nicht nur zu kreativem Denken während der Iteration, sondern ordnet Funktionen und Ziele auch in einer Prioritätenliste. So kann sich das Team zunächst auf die wichtigsten Aufgaben konzentrieren.
Scrum Schlüsselprinzipien
Das Scrum Framework basiert auf sechs Kernprinzipien. Jeder Aspekt der Scrum Methode, von den täglichen Sprint Meetings bis hin zu den Scrum Artefakten, spiegelt diese Prinzipien wider.
Die sechs wichtigsten Scrum Prinzipien sind:
1. Kontrolle über empirische Prozesse: Mit einer Ausrichtung auf Transparenz, Anpassung und häufige Bewertung unterstützt die Scrum Methode Entwicklungsteams dabei, ihr Produkt in jeder Phase des Prozesses zu testen und zu verbessern.
2. Selbstorganisation: Um das Scrum Framework erfolgreich einzusetzen, muss sich jedes Teammitglied voll und ganz auf den Prozess einlassen. Dies erfordert ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Selbstorganisation.
3. Zusammenarbeit: Um das bestmögliche Produkt zu liefern, muss ein Softwareentwicklungsteam zusammenarbeiten. Die Teams teilen sich in jedem Zyklus Verantwortung und Rechenschaftspflicht. Es gilt das Motto: Gemeinsam erfolgreich sein, gemeinsam scheitern.
4. Wertorientierte Priorisierung: Eines der definierenden Merkmale von Scrum ist die Flexibilität. Um sich an neue Anforderungen des Projekts anzupassen und diese zu adressieren, bewerten und priorisieren Scrum Teams ständig jede zu erledigende Aufgabe.
5. Timeboxing: In der Scrum Methodik hat jedes Element eines Sprints einen klar definierten Zeitrahmen. Der Sprint selbst dauert zwei bis vier Wochen, und die täglichen Meetings finden ebenfalls nach strikt festgelegten Zeitplänen statt.
6. Iterative Entwicklung: Da Scrum ein Agile Framework ist, werden Produkte iterativ entwickelt. Dieser iterative Fortschritt ermöglicht ständige Verbesserungen, Flexibilität und am Ende des Tages ein hochwertiges Produkt.
Wer gehört zu einem Scrum Team?
Um jeden Sprint reibungslos zu gestalten, gibt es drei Hauptrollen und Verantwortlichkeiten für jedes Scrum Team: Entwicklungsteam, Product Owner und Scrum Master. Typischerweise gibt es einen Product Owner, einen Scrum Master und mehrere Entwicklerinnen bzw. Entwickler im Team.
Der Product Owner verwaltet das Produkt Backlog und ist die Schnittstelle zwischen Team und Kunde. Diese Person stellt sicher, dass das Team die Kundenanforderungen versteht und sich auf die wichtigsten Aufgaben konzentriert. Der Scrum Master sorgt dafür, dass das gesamte Team das Scrum Framework versteht, und moderiert die Scrum Events. Das Entwicklungsteam besteht aus den Personen, die an der Produktentwicklung arbeiten.
Schritte des Scrum Prozesses
Das Scrum Framework basiert auf mehreren Ereignissen, sodass das Team zusammenarbeiten, planen und zusätzlichen Mehrwert liefern kann. Im Folgenden sind einige der häufigsten Scrum Events aufgeführt.
Sprintplanung
Wenn man in unbekanntem Gebiet unterwegs ist, fährt man nicht einfach los. Man schaut sich erst eine Karte an und sucht sich die beste Route zum Ziel. Genauso verhält es sich mit Scrum Teams: Sie wählen nicht einfach ein paar Backlog Elemente aus und stürzen sich Hals über Kopf in einen Sprint. Es ist viel Planung nötig.
Ein Sprint Planungsmeeting, das zu Beginn jedes Sprints stattfindet, sollte einige Stunden dauern und darauf abzielen, das Sprintziel zu identifizieren und dabei folgende Fragen zu beantworten:
-
Was wollen wir bis zum Ende dieses Sprints erreichen?
-
Wie werden wir das erreichen?
-
Warum ist dieser Sprint wertvoll?
Wie bei anderen Scrum Events hilft es, Software zu verwenden, damit Ihr Sprintplan ein lebendiges Dokument ist, das bei Bedarf aktualisiert werden kann. Mit einer visuellen Kollaborationslösung wie Lucid können Sie die Ziele, die Sie erreichen möchten, ganz einfach visualisieren, während Ihr gesamtes Team in Echtzeit den Plan bearbeitet und zusammenarbeitet.