
Eine Einführung in Scrum
Lesedauer: etwa 9 Min.
Kernaussagen
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Scrum ist ein Agile Framework, das einen iterativen Ansatz zur Erledigung von Aufgaben verfolgt und sich durch seinen Fokus auf Teamarbeit und Zusammenarbeit auszeichnet.
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Das Scrum Framework basiert auf Kernprinzipien wie Selbstorganisation, Timeboxing, wertorientierter Priorisierung und ständiger Verbesserung.
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Teams, die Scrum praktizieren, streben an jedem Ende eines Sprints – der in der Regel zwei bis vier Wochen dauert – die Bereitstellung von Product Increments an.
Software hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, und was noch wichtiger ist: Sie verändert sich auch weiterhin. Natürlich wandelt sich auch der Softwareentwicklungsprozess.
Agile Softwareentwicklung ist ein iterativer, anpassungsfähiger Arbeitsansatz, der flexibel genug ist, um technologische Fortschritte und sich ändernde Kundenanforderungen zu berücksichtigen. Eines der bekanntesten Agile Frameworks ist Scrum, bei dem kleine Teams in kurzen Zeiträumen inkrementelle Produktentwicklung durchführen. Bei effektiver Implementierung trägt Scrum dazu bei, die Effizienz und Anpassungsfähigkeit der Teams zu steigern und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit den Kunden zu intensivieren.
In diesem Blogbeitrag werden wir die wichtigsten Prinzipien von Scrum sowie Ereignisse und Artefakte aufschlüsseln, damit Sie entscheiden können, ob Scrum das richtige Agile Framework für Sie ist.
Was ist Scrum?
Scrum ist ein Agile Framework für die Softwareentwicklung. Traditionelle Softwareentwicklungsprozesse verlaufen linear und folgen einem strikten Muster: Zuerst Planung, dann Entwicklung, dann Testen und so weiter. Agile Softwareentwicklung hingegen verfolgt einen iterativen Ansatz, indem Initiativen in kleinere Zeitabschnitte, sogenannte Sprints, unterteilt werden, die zwischen zwei und vier Wochen dauern.
Während jedes Sprints fügt das Entwicklungsteam Funktionen hinzu und verbessert sie, um nach und nach das bestmögliche Produkt zu liefern. Testen und Entwicklung finden häufig statt und überschneiden sich oft. Scrum Teams treffen sich täglich, um ihren Fortschritt zu verfolgen, die Transparenz zu erhöhen und Hindernisse zu beheben.
Das Scrum Framework zeichnet sich durch seinen Fokus auf Teamarbeit und Zusammenarbeit aus. Tatsächlich stammt der Name Scrum von Rugby Scrums, einem Teil des Spiels, der eine koordinierte Teamleistung erfordert.
Scrum wurde ursprünglich für die Softwareentwicklung konzipiert, wird heute aber von Organisationen, Teams und Projektmanagerinnen bzw. Projektmanagern aller Fachrichtungen eingesetzt. Das Framework eignet sich besonders für kleinere Teams, die Aufgaben mit wechselnden Ergebnissen, unbekannten Lösungen und häufiger Interaktion mit Kunden oder Endnutzern bewältigen.
Was ist die Scrum Methodik?
Das Scrum Framework wird manchmal als Scrum Methodik bezeichnet, obwohl die Bezeichnung als Framework präziser ist. Im Gegensatz zu Projektmanagementmethoden, die Prozesse, Verfahren und Dokumentation vorschreiben, bietet Scrum eine leichte Struktur für die Umsetzung und überlässt die Details der Entwicklung dem Team. Um komplexe Probleme besser zu lösen, ist Scrum bewusst vage und erkennt die unvorhersehbare Natur der Produktentwicklung an, betont jedoch die Bedeutung der kontinuierlichen Inspektion und Anpassung der Arbeit.
Scrum befähigt Teams nicht nur zu kreativem Denken während der Iteration, sondern ordnet Funktionen und Ziele auch in einer Prioritätenliste. So kann sich das Team zunächst auf die wichtigsten Aufgaben konzentrieren.
Scrum Schlüsselprinzipien
Das Scrum Framework basiert auf sechs Kernprinzipien. Jeder Aspekt der Scrum Methode, von den täglichen Sprint Meetings bis hin zu den Scrum Artefakten, spiegelt diese Prinzipien wider.
Die sechs wichtigsten Scrum Prinzipien sind:
1. Kontrolle über empirische Prozesse: Mit einer Ausrichtung auf Transparenz, Anpassung und häufige Bewertung unterstützt die Scrum Methode Entwicklungsteams dabei, ihr Produkt in jeder Phase des Prozesses zu testen und zu verbessern.
2. Selbstorganisation: Um das Scrum Framework erfolgreich einzusetzen, muss sich jedes Teammitglied voll und ganz auf den Prozess einlassen. Dies erfordert ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Selbstorganisation.
3. Zusammenarbeit: Um das bestmögliche Produkt zu liefern, muss ein Softwareentwicklungsteam zusammenarbeiten. Die Teams teilen sich in jedem Zyklus Verantwortung und Rechenschaftspflicht. Es gilt das Motto: Gemeinsam erfolgreich sein, gemeinsam scheitern.
4. Wertorientierte Priorisierung: Eines der definierenden Merkmale von Scrum ist die Flexibilität. Um sich an neue Anforderungen des Projekts anzupassen und diese zu adressieren, bewerten und priorisieren Scrum Teams ständig jede zu erledigende Aufgabe.
5. Timeboxing: In der Scrum Methodik hat jedes Element eines Sprints einen klar definierten Zeitrahmen. Der Sprint selbst dauert zwei bis vier Wochen, und die täglichen Meetings finden ebenfalls nach strikt festgelegten Zeitplänen statt.
6. Iterative Entwicklung: Da Scrum ein Agile Framework ist, werden Produkte iterativ entwickelt. Dieser iterative Fortschritt ermöglicht ständige Verbesserungen, Flexibilität und am Ende des Tages ein hochwertiges Produkt.
Wer gehört zu einem Scrum Team?
Um jeden Sprint reibungslos zu gestalten, gibt es drei Hauptrollen und Verantwortlichkeiten für jedes Scrum Team: Entwicklungsteam, Product Owner und Scrum Master. Typischerweise gibt es einen Product Owner, einen Scrum Master und mehrere Entwicklerinnen bzw. Entwickler im Team.
Der Product Owner verwaltet das Produkt Backlog und ist die Schnittstelle zwischen Team und Kunde. Diese Person stellt sicher, dass das Team die Kundenanforderungen versteht und sich auf die wichtigsten Aufgaben konzentriert. Der Scrum Master sorgt dafür, dass das gesamte Team das Scrum Framework versteht, und moderiert die Scrum Events. Das Entwicklungsteam besteht aus den Personen, die an der Produktentwicklung arbeiten.
Schritte des Scrum Prozesses
Das Scrum Framework basiert auf mehreren Ereignissen, sodass das Team zusammenarbeiten, planen und zusätzlichen Mehrwert liefern kann. Im Folgenden sind einige der häufigsten Scrum Events aufgeführt.
Sprintplanung
Wenn man in unbekanntem Gebiet unterwegs ist, fährt man nicht einfach los. Man schaut sich erst eine Karte an und sucht sich die beste Route zum Ziel. Genauso verhält es sich mit Scrum Teams: Sie wählen nicht einfach ein paar Backlog Elemente aus und stürzen sich Hals über Kopf in einen Sprint. Es ist viel Planung nötig.
Ein Sprint Planungsmeeting, das zu Beginn jedes Sprints stattfindet, sollte einige Stunden dauern und darauf abzielen, das Sprintziel zu identifizieren und dabei folgende Fragen zu beantworten:
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Was wollen wir bis zum Ende dieses Sprints erreichen?
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Wie werden wir das erreichen?
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Warum ist dieser Sprint wertvoll?
Wie bei anderen Scrum Events hilft es, Software zu verwenden, damit Ihr Sprintplan ein lebendiges Dokument ist, das bei Bedarf aktualisiert werden kann. Mit einer visuellen Kollaborationslösung wie Lucid können Sie die Ziele, die Sie erreichen möchten, ganz einfach visualisieren, während Ihr gesamtes Team in Echtzeit den Plan bearbeitet und zusammenarbeitet.

Daily Scrum
Tägliche Sprint Meetings – oft auch Daily Scrum oder Daily Standup genannt – sind kurze Besprechungen (idealerweise fünfzehn Minuten), die jeden Morgen zur gleichen Zeit stattfinden. Bei diesen Treffen bespricht das Entwicklungsteam, was es am Vortag erreicht hat und was es heute zu erreichen hofft, um die Kommunikation zu verbessern und Blockaden proaktiv zu erkennen.
Sprint Review
Die Scrum Methode fördert die Transparenz zwischen allen Beteiligten. Sprint Review Meetings tragen dazu bei, diese Transparenz zu fördern. Bei diesen Treffen, die am Ende jedes Sprints stattfinden, kann das Scrum Team den Beteiligten das Produkt in seiner aktuellen Iteration vorstellen. Auf der Grundlage des Feedbacks, das in diesem Meeting gegeben wird, verfeinert der Product Owner das Produkt Backlog.
Sprint Retrospektive
Während an Sprint Review Meetings eine Reihe von Stakeholdern teilnehmen, sind Sprint Retrospektiven nur für das Scrum Team gedacht. Diese Treffen finden am Ende jedes Sprints statt und geben den Teammitgliedern die Möglichkeit, über den vorangegangenen Sprint zu reflektieren und dabei Personen, Prozesse, Interaktionen und Tools zu berücksichtigen.
Stellen Sie Ihrem Scrum Team während der Sprint Retrospektive eine Reihe von Fragen: Was ist gut gelaufen? Was ist schlecht gelaufen? Und, was am wichtigsten ist, was kann im nächsten Sprint verbessert werden? Sprint Retrospektiven fördern die kontinuierliche Verbesserung, sodass Teams im Laufe der Zeit effizienter und agiler werden können.

Scrum Artefakte
Wir haben bereits eine Menge an Fachbegriffen aus der Welt von Scrum behandelt, aber wir sind noch nicht ganz fertig. Bei Scrum ist ein Artefakt einfach ein Mechanismus – oder ein Tool – für die Verwaltung und Fertigstellung von Arbeit. Es gibt vier wesentliche Scrum Artefakte.
Produkt Backlog
Das Produkt Backlog, welches vom Product Owner gepflegt wird, ist eine Liste von Anforderungen an das Endprodukt. Wenn sich die Prioritäten ändern, ordnet der Product Owner das Backlog neu. Zu Beginn eines jeden Sprints wählen Scrum Teams mehrere Aufgaben aus dem Produkt Backlog aus, die in diesem Sprint angegangen werden sollen.

Sprint Backlog
Bei jedem Sprint werden die aus dem Produkt Backlog ausgewählten Elemente in das Sprint Backlog aufgenommen. Oft sind diese Elemente auf einem Scrum Board organisiert, einem visuellen Framework, um den Fortschritt und die Priorität jedes Elements zu verfolgen. Die Elemente sind auf dem Board in Spalten sortiert: Storys, zu erledigen, in Arbeit und abgeschlossen.
Das Sprint Backlog wird gepflegt und ausschließlich vom Entwicklungsteam verwendet. Sobald die Aufgaben abgeschlossen sind, verschiebt das Entwicklungsteam sie in die entsprechenden Spalten.

User Story
User Storys sind eine Möglichkeit, Elemente des Backlogs zu beschreiben. Das Produkt Backlog ist im Wesentlichen eine Liste von Funktionen, die im Endprodukt enthalten sein müssen, und User Storys beschreiben diese Funktionen aus der Sicht der Endbenutzerin bzw. des Endbenutzers. Zum Beispiel: Warum braucht die Benutzerin bzw. der Benutzer diese Funktion und wie wird sie in der Praxis aussehen?

Product Increment
Am Ende jedes Sprints haben Sie (hoffentlich!) einen Stapel abgeschlossener Arbeitselemente. Diese erledigten Elemente bilden zusammen das Product Increment. Das heißt, das Product Increment ist einfach die funktionierende Version des Produkts am Ende eines Sprints.
Die Vorteile von Scrum
Die Vorteile von Scrum liegen vor allem in der Tatsache, dass es sich um einen iterativen Ansatz handelt. Durch den Einsatz des Scrum Frameworks ist Ihr Team in der Lage, sich an die ständigen Veränderungen in der Softwareentwicklung anzupassen und ein Produkt zu liefern, das mit jedem Sprint besser wird.
Die Einführung eines neuen Prozesses, Frameworks oder einer Projektmanagement Methode für Ihr Team ist oft mit Herausforderungen verbunden, aber Scrum bietet viele einzigartige Vorteile. Einige der Vorteile von Scrum sind:
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Anpassungsfähigkeit: Scrum erfordert häufige Überprüfungen und Aktualisierungen. Wenn also Aufgaben geändert werden müssen, wird dieses Problem nicht wochenlang verschleppt, bevor es jemandem auffällt. Sie werden in der Lage sein, ein Problem oder eine notwendige Änderung zu erkennen und schnell zu reagieren. Scrum Teams erleben außerdem eine kontinuierliche Verbesserung über die gesamte Lebensdauer eines Produkts und nicht nur einige wenige Perioden mit großen Veränderungen.
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Sichtbarkeit: Mit Scrum haben Stakeholder die Möglichkeit, schrittweise Fortschritte zu sehen, nicht nur in bestimmten Abständen am Anfang und Ende. Die Stakeholder haben mehr Möglichkeiten, sich einzubringen, ebenso wie das gesamte Team, sodass jeder die Chance hat, mitzuarbeiten und Einblicke in Verbesserungen zu erhalten.
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Effizienz: Wie andere Agile Frameworks zielt auch Scrum darauf ab, die Arbeit zu priorisieren und den Wert effizienter zu liefern. Wenn Sie und Ihr Team Scrum gut ausführen, werden Sie eine Verbesserung der Effizienz und der Abstimmung im Team feststellen.
Effektive Implementierung von Scrum als Team
Vor allem geht es bei Scrum um eine Handvoll Menschen, die effizient zusammenarbeiten, um iterative Wertsteigerungen zu liefern. Um das Scrum Framework optimal zu nutzen, müssen Teammitglieder während des gesamten Sprints für Kommunikation und Zusammenarbeit verfügbar sein. Teammitglieder sollten auch bereit sein, bei Bedarf verschiedene Rollen zu übernehmen, um ein funktionierendes Produkt zu liefern und die Sprintziele zu erreichen.
Erfahren Sie mehr über die Rollen und Verantwortlichkeiten, die für ein Scrum Team erforderlich sind, damit Sie entscheiden können, ob Ihr Team gut zum Scrum Framework passt. Denken Sie daran, dass Sie Scrum nicht genau folgen müssen. Sie können Ihren Ansatz individuell anpassen, um die Ausrichtung und Effizienz zu steigern und gleichzeitig das zu respektieren, was für Ihr Team am besten funktioniert.

Scrum-Rollen und Verantwortlichkeiten
Erfahren Sie mehr über die Zusammensetzung eines Scrum Teams und welche Aufgaben in Scrum von wem übernommen werden.
Mehr erfahrenÜber Lucid
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