Der Erfolg eines Unternehmens hängt davon ab, ob alle Teammitglieder in jedem Moment, jedem Quartal und jedem Jahr optimale Entscheidungen treffen. Manchmal sind das weitreichende Überlegungen wie die Frage nach dem Hauptsitz-Standort. Manchmal betrifft es auch kleinere Aspekte wie die Auswahl eines passenden Tools für das Social-Media-Management. Egal welche Entscheidung getroffen werden muss: Ein Entscheidungsbaum ist ein einfaches Tool, um Ihre Optionen zu untersuchen und die ideale Lösung zu finden.
Was ist ein Entscheidungsbaum?
Ein Entscheidungsbaum ist praktisch nur ein erweitertes Flussdiagramm. Drei Teile machen einen Entscheidungsbaum aus:
- Wurzelknoten
- Blattknoten
- Äste
Der Wurzelknoten ist die Entscheidung, die Sie letztendlich treffen wollen. Jeder Blattknoten stellt eine Erörterungsfrage dar. Äste verbinden alles und zeigen den Verlauf von Fragen zu Antworten.
Im folgenden Entscheidungsbaum versuchen Sie zum Beispiel zu entscheiden, ob Sie ein vollkommen dezentrales Team aufbauen oder auf eine hybride Gruppe aus vor Ort anwesenden und Remote-Angestellten setzen sollen. Das ist die große Frage im Wurzelknoten. Im folgenden Entscheidungsbaummodell können Sie jede Auswahl bis zu ihrem wahrscheinlichen Ergebnis nachverfolgen. Die Ergebnisse sind nach hoher, mittlerer und niedriger Wahrscheinlichkeit sortiert.
Vorteile der Entscheidungsbaumanalyse
Die Vorteile ergeben sich aus den Nutzen der datenbasierten Entscheidungsfindung. Hier sind einige der wichtigsten Vorzüge:
- Umfassend: Mit Entscheidungsbäumen zwingen Sie sich mit allen möglichen Ergebnissen einer Entscheidung auseinanderzusetzen. So können Sie die Risiken und Folgen Ihrer Entscheidungen besser verstehen.
- Visuell: Entscheidungsbäume basieren nicht auf Formeln. Sie sind leicht nachzuvollziehen und Sie können die Modelle für die Entscheidungsfindung leicht mit anderen teilen und deren Meinung einholen. So können Sie die Zustimmung von Stakeholdern gewinnen.
- Anpassungsfähig: Praktisch jede Frage kann mit einem Entscheidungsbaum beantwortet werden und Sie können diesen so einfach oder komplex gestalten, wie Sie möchten.
- Reduzierte Voreingenommenheit: Entscheidungsbäume helfen Ihnen, Emotionen außen vor zu lassen und Ergebnisse der Entscheidungen gegeneinander abzuwägen.
- Einfach: Für Entscheidungsbäume müssen Sie keine großen Datenmengen erfassen. Wenn die Daten Lücken aufweisen, finden Sie einfach heraus, wo mehr Informationen gebraucht werden.
- Günstig: Entscheidungsbaumdiagramme können kostenlos und ohne Schulungsbedarf erstellt werden. Es sind viele kostenlose Vorlagen verfügbar.
- Zeitsparend: Je nach Komplexität der Entscheidung kommen Sie mit einem Entscheidungsbaum gegebenenfalls am schnellsten zu einer Lösung.
Sie sehen, die Vorteile übertreffen die Lernkurve bei Weitem. Diese Diagramme sind also eine nützliche Ergänzung für Ihre Entscheidungsfindung.
Wann Entscheidungsbäume zum Einsatz kommen
Entscheidungsbäume lassen sich am besten bei komplexeren Entscheidungen anwenden. Eine Analyse kann Ihnen helfen, Licht ins Dunkel zu bringen und für Klarheit zu sorgen. Beachten Sie jedoch, dass ein Entscheidungsbaum am besten für eindeutige Entscheidungen geeignet ist und weniger für das Brainstorming von Lösungen.
Eine passende Frage wäre zum Beispiel: „Sollen wir eine neue Website erstellen oder die vorhandene überholen?“ Anschließend können Sie die Konsequenzen der Neu- oder Umgestaltung der Website untersuchen. Eine unpassende Frage wäre: „Welche Suppe isst Michael am liebsten?“ Das ist keine Entscheidung, sondern nur eine Frage (und die Antwort lautet Minestrone).
Gängige Anwendungsfälle
- Produktplanung: Zum Beispiel die Entwicklung eines völlig neuen Produkts und damit verbunden das Abwägen zwischen zwei Ideen oder die Entscheidung, welche Funktion zuerst hinzugefügt werden soll.
- Allgemeine Geschäftsentscheidungen: Wollen wir unser Unternehmen weiterhin dezentral aufstellen oder den Hauptsitz nach Prag verlegen?
- Software-Design: Sollen wir Drupal oder Blogspot benutzen?
- Kreditgenehmigung: Es ist wichtig zu wissen, wann man Geld verleihen kann. Dämpfen Sie die finanziellen Risiken mit einem Entscheidungsbaum, wenn Sie über die Kreditvergabe entscheiden.
- Persönliche Entscheidungen: Ihr Arbeitsweg sagt Polo, Ihr Gefühl sagt Corvette. Entscheidungsbäume können Ihnen helfen, rationalere Entscheidungen zu treffen.
Entscheidungsbaum-Symbole
Bevor Sie den Entscheidungsbaum im Detail betrachten, möchten wir Sie mit den gängigen Symbolen vertraut machen. Hier sehen Sie einige übliche Entscheidungsbaum-Symbole:
⃞ Wurzelknoten: Das ist die Entscheidung, die zu treffen ist.
⬦ Blattknoten: Das ist eine Entscheidung oder ein Test.
͢ Ast: Damit werden Ergebnisse mit den entsprechenden Entscheidungen oder Tests verbunden.
⃝ Konnektor: Damit können Sie Ja/Nein-Entscheidungen oder simple Antworten darstellen.
◀ Endpunkt: Das ist das letztendliche Ergebnis
So legen Sie einen Entscheidungsbaum an
1. Beginnen Sie mit der Entscheidung
Im Feld des Wurzelknotens geben Sie die Entscheidung ein, die Sie treffen möchten. Wenn Sie zum Beispiel abwägen, ob Sie Ihren Kundendienst auslagern oder eine unternehmensinterne Abteilung dafür einrichten sollen, steht in Ihrem Wurzelknoten: „Wie sollen wir unseren Kundendienst bereitstellen?“
2. Listen Sie Ihre Optionen auf
Als Nächstes führen Sie mit Konnektoren Ihre Optionen auf und verbinden sie über Äste mit dem Wurzelknoten. Hier lauten unsere Konnektoren „Intern“ und „Auslagern“.
3. Führen Sie Tests durch
Unterziehen Sie jede Option denselben Tests. In diesem Beispiel nutzen wir einen Blattknoten mit Ästen zu den Konnektoren und der Frage: „Ist es günstiger?“ Anschließend beantworten wir die Frage. Sie können zum Beispiel folgende weitere Fragen stellen:
- Haben wir die direkte Aufsicht?
- Wie hoch ist der Schulungsbedarf?
- Verbessert sich dadurch die Kundenzufriedenheit?
4. Listen Sie Schlussfolgerungen auf
Ans Ende jedes Fragenflusses schreiben Sie die letztendliche Schlussfolgerung. Sie können auch das Risiko Ihrer Schlussfolgerungen mit Wahrscheinlichkeitsangaben darstellen (hoch, mittel, niedrig).
Tipps:
- Der Großteil Ihres Entscheidungsbaums wird aus Blattknoten bestehen. Jeder Ast sollte einen Blattknoten aufweisen.
- Scheuen Sie sich nicht, mehr Äste hinzuzufügen, wenn Sie weitere Ergebnisse berücksichtigen möchten.
- Sie müssen die Aufgabe nicht allein stemmen. Sie können einen Entscheidungsbaum auch zum Gruppenprojekt machen und Stakeholder einbeziehen.
- Unterziehen Sie unbedingt jedes Ergebnis demselben Test. Wenn Sie bei einer Option zum Beispiel fragen, „Ist der Plan einfach umzusetzen?“, müssen Sie sich diese Frage auch bei allen anderen Optionen stellen.