Alles, was Sie täglich anfassen, anschauen und verwenden, beginnt mit einer Idee.
Aber nicht immer reicht es aus, lediglich eine Idee zu haben. Für die Umsetzung einer Idee sind eine Menge Planung und harte Arbeit erforderlich. Bevor Sie sich also in die Entwicklung eines neuen Produkts stürzen oder gleich ein ganzes Unternehmen gründen, müssen Sie erst einmal herausfinden, ob die Idee einen Bedarf auf dem Markt deckt, ob die Entwicklung machbar ist und ob potenzielle Kundinnen und Kunden überhaupt interessiert sind.
Die Erstellung eines Proof of Concept (POC) hilft Ihnen, diese Fragen zu beantworten, damit Sie nicht viel Zeit und Geld in die Entwicklung des falschen Produkts stecken.
Was ist ein Proof of Concept?
Der Hauptzweck eines Proof of Concept ist es, zu zeigen, dass Ihre Idee machbar ist und einen echten praktischen Nutzen hat. Es soll also gezeigt werden, dass Ihr Konzept funktioniert, damit Sie die erforderliche Unterstützung, Freigabe und Finanzierung erhalten, um mit der Entwicklung fortzufahren.
Es gibt mehrere Gründe, warum die Erstellung eines Proof of Concept für das Projektmanagement so wichtig ist:
- Er hilft bei der Überprüfung der Machbarkeit eines Konzepts
- Er identifiziert potenzielle technische Herausforderungen, Risiken und Hindernisse und ermöglicht es Ihnen, diese bereits in einer frühen Phase des Prozesses in Angriff zu nehmen, um die Umsetzbarkeit zu gewährleisten
- Er demonstriert die Machbarkeit Ihrer Idee gegenüber Stakeholdern, Teammitgliedern, dem Management und potenziellen Investoren
- Er hilft Ihnen, die Zuweisung von Ressourcen zu optimieren
Wie unterscheidet sich ein Proof of Concept von einem Prototyp oder einem Minimum Viable Product?
Ein Proof of Concept kann in einem Dokument, einer Präsentation oder einer praktischen Vorführung der Kernfunktionen beschrieben oder illustriert werden. Das klingt vielleicht ähnlich wie ein Prototyp oder ein Minimum Viable Product, aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen den drei Modellen:
- Ein Proof of Concept zeigt, dass das Konzept funktionieren kann.
- Ein Prototyp ähnelt mehr dem, wie das Endprodukt aussehen könnte. Er sollte realistische Funktionen, Merkmale und Designs sowie die Benutzererfahrung zeigen. Anstatt die Frage „Wird dieses Produkt funktionieren?“ zu beantworten, beantwortet ein Prototyp eher die Frage „Wie wird das Produkt aussehen und wie wird es funktionieren?“
- Ein Minimum Viable Product ist eine funktionierende Version des Produkts, die an Kundinnen und Kunden verteilt wird. Es sollte über genügend Funktionen verfügen, um das Produkt in der Realität verwenden zu können, damit man weiß, wie das Endprodukt funktionieren soll. Dadurch können Kundinnen und Kunden das Produkt bewerten und Feedback zum Design und zur Funktionalität geben.
So planen Sie einen Proof of Concept
Ganz gleich, in welcher Branche Sie tätig sind, die folgenden Schritte helfen Ihnen, einen soliden Proof of Concept zu erstellen.
Schritt 1: Welches Problem löst dieser Proof of Concept?
Sie müssen zuerst nachweisen, dass Ihre Idee einen Bedarf auf dem Markt adressieren wird. Eine Idee kann noch so cool sein, aber Sie wollen sicher kein Produkt entwickeln, das niemand benutzen würde.
Beginnen Sie damit, eine potenzielle Zielgruppe zu identifizieren und herauszufinden, wo ihre Probleme liegen. Ermitteln Sie dann, wie Ihre Idee diese Probleme lösen und ihre Bedürfnisse erfüllen kann. Kommunizieren Sie über Interviews und Umfragen direkt mit Ihren Kundinnen und Kunden, um Feedback einzuholen.
Schritt 2: Umfang bestimmen
Damit Ihr Proof of Concept nicht zu komplex ist und besser verwaltet werden kann, ermitteln Sie die wichtigsten Merkmale und Funktionen, die validiert und demonstriert werden müssen. Bestimmen Sie, welche Fragen Sie mit diesem Proof of Concept beantworten möchten, und konzentrieren Sie sich auf die Bereiche, die die Machbarkeit und den potenziellen Wert Ihres Konzepts am besten belegen.
Schritt 3: Ressourcenbedarf abschätzen
Erstellen Sie eine Liste der Ressourcen, die Sie für Ihr Proof of Concept-Projekt benötigen. Zu den Ressourcen gehören u. a. Mitarbeitende, Geräte und Materialien.
Schritt 4: Erfolgskriterien definieren
Wie soll der Erfolg oder Misserfolg gemessen werden?
Das Feedback, das Sie in Schritt eins von Ihrer Kundschaft erhalten, ist ein guter Ausgangspunkt. Wenn die Demonstration Ihres Proof of Concept die Erwartungen Ihrer Zielgruppe erfüllt und ihre Probleme löst, lässt sich daraus schließen, dass das Projekt ein Erfolg wird. Sie können also mit der Entwicklung fortfahren.
Schritt 5: Zeitplan festlegen
Ein Proof of Concept ist ein eigenständiges Projekt. Sein Erfolg oder Misserfolg hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob und wie Sie mit der Entwicklung Ihrer Idee fortfahren sollten. Wie bei jedem anderen Projekt auch müssen Sie einen Zeitplan und Meilensteine festlegen und den für die Fertigstellung Ihres Proof of Concept erforderlichen Aufwand abschätzen. Überlegen Sie, welche Ressourcen für die einzelnen Aufgaben im Proof of Concept notwendig sind und wie viel Zeit sie für die Recherche, Dokumentation, Präsentationen, Demonstrationen usw. benötigen.